SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gibt immer neuen Bewegungen, Gästen und Musikstücken Raum, im Sendegebiet des SWR und auch unterwegs: Die Saison 2014/15 führte die Musiker u.a. zu den großen Festivals in Berlin, Luzern, Wien und Paris. An der Opéra Dijon spielten sie Alban Bergs „Wozzeck“, in Baden-Baden einen mehrteiligen Schwerpunkt mit Musik von Pierre Boulez zu dessen 90. Geburtstag. Unter der Überschrift „Beethoven plus“ konfrontierte ein Freiburger Festival unter Leitung von François-Xavier Roth große Werke Beethovens mit sinfonischer Musik jüngerer und jüngster Zeit.

François-Xavier Roth trat seinen Posten als Chefdirigent mit dem Abschlusskonzert der Donaueschinger Musiktage 2011 an – ein klares Signal für den Stellenwert, den Neue Musik auch für ihn einnimmt. Seit ihrer Neu-Gründung im Jahr 1950 sind die Donaueschinger Musiktage und das SWR Sinfonieorchester untrennbar miteinander verbunden. Etwa 500 Kompositionen wurden dort durch das Orchester uraufgeführt, und das Orchester schrieb Musikgeschichte: mit Musik von Hans Werner Henze oder Bernd Alois Zimmermann, von Karlheinz Stockhausen oder Olivier Messiaen, Helmut Lachenmann oder Wolfgang Rihm. Bis heute ist das SWR Sinfonieorchester in Donaueschingen, aber auch darüber hinaus, ein unverzichtbarer Partner für die Komponisten unserer Zeit.

„Im Zentrum der europäischen Kultur“, wie es der langjährige Chefdirigent Sylvain Cambreling formulierte, steht das Orchester jedoch nicht nur in Bezug auf die zeitgenössische Musik. Seit seiner Gründung 1946 ist das SWR Sinfonieorchester Anziehungspunkt für internationale Dirigenten und Solisten und auch musikalischer Botschafter im In- und Ausland, zwischen Hamburg und Madrid, Berlin und New York. Über 600 Werke aus drei Jahrhunderten hat das SWR Sinfonieorchester auf Tonträgern eingespielt. 

Motoren dieser vielfältigen Aktivitäten waren und sind die profilierten Chefdirigenten von Hans Rosbaud über Ernest Bour bis zu Michael Gielen, Sylvain Cambreling und Franҫois-Xavier Roth. Sie leiteten und formten ein Orchester, das durch mehr als sechs Jahrzehnte besonderer Herausforderungen zu einer andernorts selten erreichten Flexibilität und Souveränität gefunden hat. 

Zu diesen besonderen Herausforderungen gehören auch zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte. 2014 verbanden die PatchDays, ein neues Mitmach-Projekt, die Orchestermusiker in mehreren intensiven Arbeitsphasen mit insgesamt 300 Kindern und Laien zu Workshops, Filmprojekten und gemeinsamen Aufführungen im Freiburger Konzerthaus, 2015 folgte ein sinfonischer PatchDay mit einem Orchester aus Freiburger Amateurmusikern, Musikschülern und Profis.

2014 erhielt das Orchester den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik für seine Verdienste „um eine lebendige heutige Musikkultur“, den Special Achievement Award der International Classical Music Awards, den ECHO Klassik als Orchester des Jahres 2014 für die Einspielung der „Logos-Fragmente“ von Hans Zender, 2015 eine Grammy-Nominierung für die CD „Moses und Aron“, der unvollendeten Oper von Arnold Schönberg.

Zur Saison 2016/17 wird das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg mit dem Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR fusionieren. Das neue SWR Symphonieorchester wird seinen Sitz in Stuttgart haben und der künstlerischen Tradition seiner Vorgänger verpflichtet bleiben.

SWR Vokalensemble Stuttgart

Seit vielen Jahren zählt der Rundfunkchor des SWR zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören und hat im Lauf seiner 70-jährigen Geschichte mehr Uraufführungen gesungen als jeder andere Chor, viele davon unter Leitung von Rupert Huber, der von 1990 bis 2000 Chefdirigent des Ensembles war.

Neben der Neuen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble Stuttgart auch anspruchsvollen und unbekannten Chorwerken älterer Epochen – insbesondere der Romantik und der klassischen Moderne. Seit 2003 ist Marcus Creed künstlerischer Leiter des SWR Vokalensembles Stuttgart. Unter seiner Leitung wurde das Ensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausgezeichnet. Für seine Produktion von Bruckners e-Moll-Messe und einer Motettenauswahl wurde das SWR Vokalensemble Stuttgart 2009 als „Ensemble des Jahres“ sowie 2011 und 2012 für die „Chorproduktion des Jahres“ mit dem Echo Klassik prämiert.

Außerdem wurde es 2011 für seinen wegweisenden Einsatz für zeitgenössische Vokalmusik mit dem „Europäischen Chorpreis“ der Kulturstiftung Pro Europa ausgezeichnet. Es erhielt Ende 2014 für die Einspielung der Wölffli-Cantata von Georges Aperghis den renommierten Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik und am 18. Oktober wurde dem SWR Vokalensemble Stuttgart erstmals ein Echo Klassik für Kinder für das Kinderhörspiel Des Kaisers Nachtigall überreicht.