Förderpreis Komposition 2026
Bethan Morgan-Williams
Biografie
Bethan Morgan-Williams, geboren 1992, ist eine Komponistin, deren Arbeit sich mit der Wechselwirkung zwischen Systemen und Intuition bei der Entstehung musikalischen Materials befasst. Ihre Musik spielt mit Erwartungen und Abweichungen, fördert ko-kreative Rahmenbedingungen und spiegelt die rastlose Energie des Lebens im 21. Jahrhundert wider. Ihre Werke werden als „wunderbar schräg und obskur“ [5against4] beschrieben, während sie „in etwas Altem und Volkstümlichem verwurzelt“ [The Telegraph] sind. Sie schaffen ein Gleichgewicht zwischen struktureller Komplexität und Körperlichkeit, Humor und Momenten gesteigerter musikalischer Präsenz.
Im Mittelpunkt von Bethans Praxis steht „Material-Drift“: ein transformativer Prozess, durch den sich musikalische Ideen von ihrem ursprünglichen konzeptuellen Zustand aus erheblich weiterentwickeln und mit der Zeit immer mehr zu sich selbst finden. Anstatt Reibungen zu lösen, neigt sich ihre Musik oft diesen an und verfolgt, wie konkurrierende Materialien koexistieren, kollidieren und um Raum verhandeln. Zusammenarbeit ist für ihren Ansatz von grundlegender Bedeutung; sie arbeitet eng mit Interpret*innen zusammen, um musikalisches Material durch Dialog, Experimentieren und verkörpertes Wissen entstehen zu lassen.
Ihre Musik wurde von international renommierten Solisten wie Carl Rosman, Antoine Tamestit, Colin Currie, Jennifer Johnston und Ben Goldscheider sowie von Ensembles wie ensemble mosaik, Ensemble Musikfabrik, Birmingham Contemporary Music Group, Riot Ensemble, Psappha und Ensemble 10/10 in Auftrag gegeben und aufgeführt. Zu den Orchesteraufführungen zählen das City of Birmingham Symphony Orchestra und das London Symphony Orchestra mit Übertragungen in ganz Europa und Nordamerika.
Bethans Arbeit wurde durch Auszeichnungen und Residenzen gewürdigt, darunter ein Darmstadt-Stipendium, ein Leverhulme-Stipendium, der Susan Bradshaw Composer Prize (Royal Philharmonic Society) und der Christopher Brooks Composition Prize (Royal Liverpool Philharmonic Orchestra). Sie hat an Programmen wie dem LSO Panufnik Scheme teilgenommen, stand auf der Shortlist für die ISCM World Music Days und den Paul Hamlyn Award und wurde 2025 zum Ehrenmitglied des Royal Northern College of Music ernannt.