Stiftungsprofessur
Die Ernst von Siemens Musikstiftungsprofessur an der Freien Universität Berlin
Anlässlich ihres 50. Geburtstages hat die Ernst von Siemens Musikstiftung eine Stiftungsprofessur ausgeschrieben. Im Bewerbungsverfahren setze sich die Freie Universität Berlin mit ihrem perspektivenreichen Konzept gegenüber zehn Mitbewerberinnen durch. Zum Sommersemester 2024 wurde Miriam Akkermann auf die Ernst von Siemens Musikstiftungsprofessur an der FU Berlin berufen. Seit dem Sommersemester 2026 hat Anna Schürmer diese Position inne. Im Mittelpunkt steht die Verankerung der Neuen Musik im musikwissenschaftlichen Diskurs und die engere Verzahnung von Theorie und Praxis.
Die Ernst von Siemens Musikstiftung hat die Professur anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ausgelobt. Insgesamt elf Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum hatten sich beworben. Den Zuschlag erhielt die Freie Universität Berlin. Die für eine Dauer von fünf Jahren gestiftete Professur im musikwissenschaftlichen Bereich wird zum Sommersemester 2024 am Institut für Theaterwissenschaft im Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften eingerichtet. Ziel der Stiftungsprofessur ist es, die Neue Musik stärker im akademischen Diskurs zu verankern, die Auseinandersetzung mit Neuer Musik an den Universitäten und Musikhochschulen zu fördern und eine forschungsgestützte Lehre zu befördern. Zu diesem Zweck stellt die Ernst von Siemens Musikstiftung insgesamt 1,25 Millionen Euro bereit.
Zum Sommersemester 2026 übernimmt die Musik- und Medienkulturwissenschaftlerin Anna Schürmer die Stiftungsprofessur. Ihre Forschung vereint Methoden der traditionellen Musikwissenschaft mit Nachbardisziplinen wie den Sound Studies, den Medienwissenschaften und den Gender und Queer Studies. Zu ihren Themen zählen Fragen der Queerness in der Musik und die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im musikalischen Schaffensprozess. Die Forscherin vertritt einen innovativen Ansatz, mit dem sie der Stiftungsprofessur einen Schwerpunkt auf aktuellen Tendenzen Neuer Musik verleiht.
Anna Schürmer wird in den kommenden drei Jahren an der Freien Universität Berlin Lehr- und Forschungsprojekte zu Schlüsseldiskursen Neuer Musik erarbeiten sowie gemeinsam mit anderen Fachrichtungen und Akteur*innen der Neuen Musik Projekte am Seminar für Musikwissenschaft anregen. „Die Zukunft der Musikwissenschaft liegt für mich in ihrer Fähigkeit, sich als interdisziplinär und international anschlussfähige Disziplin zu präsentieren“, sagt Anna Schürmer. „Am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin und konkret im Master Musik, Sound, Performance lässt sich diese Perspektive passgenau verankern.“
Camilla Bork, Leiterin des Seminars für Musikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, ergänzt: „Mit Hilfe der Stiftungsprofessur ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, ein eigenes, gegenwartsbezogenes Forschungsprofil zu entwickeln und einen national wie international hochnachgefragten musikwissenschaftlichen Master-Studiengang Musik, Sound, Performance zu etablieren. Dies ist in Zeiten mit rückläufigen Studierendenzahlen keine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Anna Schürmer, die mit ihren Netzwerken und Perspektiven neue Impulse geben wird. Die Stiftungsgelder haben wesentlich dazu beigetragen, dass das musikwissenschaftliche Seminar der Freien Universität zu einem lebendigen Ort des Austauschs über Fragen von Musik- und Soundpraxis geworden ist, der Wissenschaftler*innen und Künstler*innen zusammenbringt, und in die Gesellschaft hineinwirkt.“
Mit der Stiftungsprofessur möchte die Ernst von Siemens Musikstiftung auch in die akademische Landschaft hineinwirken und die engere Verbindung von aktueller künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Arbeit ermöglichen.
Die Antrittsvorlesung von Anna Schürmer unter dem Titel »ZUKUNFT(((s)))MUSIK, oder: New Musicologies« findet am 16. Juni 2026 von 18–20 Uhr im Hörsaal des Theaterwissenschaftlichen Instituts (Grunewaldstraße 35, 12165 Berlin) statt. Interessierte sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.