Irène Zandel

Irène Zandel

Progetto Positano 2026

In diesem Jahr sind Zeynep Toraman und Bertram Wee die beiden Stipendiat*innen des Progetto Positano. Beide werden jeweils vier Wochen in Positano im Anwesen der Kempff-Stiftung verbringen. Am 24. November 2026 präsentiert das ensemble mosaik Werke der beiden Stipendiat*innen in einem Konzert im silent green in Berlin.

Zeynep Toraman (*1992) ist eine Komponistin und Wissenschaftlerin aus Istanbul (Türkei), die in Berlin lebt und arbeitet. Ihre praxisorientierte Forschung untersucht die Art und Weise, wie Texte (im weitesten Wortsinn) innerhalb des größeren Rahmens musikalischer Kompositionen miteinander interagieren können. Sie betrachtet ihre eigene Bibliothek als Archiv und nimmt diese als Ausgangspunkt für ihre Forschung. Ihre Werke sind inspiriert aus Autobiografien, poetischen, historischen  und fiktiven Texten. Zu ihren früheren und aktuellen künstlerischen Partner:innen gehören Lauren Cauley, ELISION Ensemble, Ensemble Linea, Quatuor Diotima, Distractfold Ensemble, Ensemble Adapter, Amie Weiss und Nicola Barbieri, Noam Bierstone und das Wet Ink Ensemble. Ihre Musik wurde bei Festivals wie den Darmstädter Ferienkursen (Darmstadt, Deutschland), der Sommerakademie Schloss Solitude (Stuttgart, Deutschland), IRCAM ManiFeste (Paris, Frankreich) und Wet Ink Large Ensemble Readings (New York, USA) aufgeführt. Ihre Forschung wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt. Toraman war außerdem Senior Lecturer am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) an der Kunstuniversität Graz. 2023 schloss sie ihr Kompositionsstudium bei Chaya Czernowin und Hans Tutschku an der Harvard University, Cambridge, MA, mit einem PhD ab.

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Der in Singapur lebende Komponist und Keyboarder Bertram Wee schreibt Musik, bei der das Sein im Vordergrund steht. Seine Kompositionen beschäftigen sich mit Begriffen wie Präsenz, Reibung, Materialität und Überfluss. Dabei betrachtet er den Körper als Ort der Vermittlung und strebt nach einer Musik, die tief in der körperlichen Erfahrung verwurzelt ist. Seine kompositorische Arbeit beschreibt er als „grobkörnig“ und „instabil“ mit einer Begeisterung für instinktiv erfahrbare, körperlich spürbare Klänge. Sein Ziel ist es, die Beziehung zwischen körperlicher Handlung und Klangerzeugung in den Vordergrund zu rücken.

Er schreibt nicht nur eigene Werke, sondern ist auch als Interpret zeitgenössischer Musik tätig und spielt mit seiner Partnerin Lynette Yeo als „b-l duo“. Die beiden haben sich auf Musik für Keyboards spezialisiert und sind frei von ästhetischen Vorurteilen und offen für eine breite stilistische Vielfalt. Zusammen mit gleichgesinnten Kolleg*innen gründete Bertram Wee „weird aftertaste“, ein in Singapur ansässiges Kollektiv für neue Musik, das sich der Erforschung der Grenzen des musikalischen Ausdrucks widmet.

Bertram Wee studierte am Royal College of Music in London und wurde u.a. zur Contemporary Performing Arts Research Residency sowie zur Residenz im Goethe-Institut in Singapur eingeladen.

Seine Werke wurden bei Festivals wie Wien Modern, hcmf//, Ultraschall Berlin, Gaudeamus Muziekweek, Maerzmusik Berlin, AngelicA Bologna, Musik 21 Niedersachsen, BBC Proms, Thailand International Composers Festival, Asian Composers League Festival und Singapore International Festival of Arts aufgeführt.

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