räsonanz – München 2018
Chamber Orchestra of Europe
Das Chamber Orchestra of Europe symbolisiert die idealistische Vision einer lebenslangen Suche nach dem musikalischen Ausdruck. Sie speist sich zum einen aus außerordentlichem musikalischen Talent, und zum anderen aus menschlicher Qualität. Hier hat sich die Intimität der Kammermusik zur orchestralen Erfahrung ausgeweitet, in der sich Idealismus und intellektuelle Neugier gegenseitig befruchten. Die Atmosphäre besteht aus jugendlicher Intensität, Freude am gemeinsamen Musizieren und am Zusammensein und dem Fehlen jeglicher Routine.
Das von BBC 2 Television als „bestes Kammerorchester der Welt“ gefeierte Chamber Orchestra of Europa (COE) wurde 1981 von einer Gruppe ehemaliger Mitglieder des European Community Youth Orchestra (heute: EUYO) gegründet. Die jungen Musiker wollten ihren Wunsch verwirklichen, auch nach dem Ausscheiden aus dem renommierten internationalen Jugendorchester auf höchstem professionellen Niveau zusammenzuarbeiten. Heute zählen nach wie vor dreizehn der Gründungsmitglieder zur Kernbesetzung des rund 60 Mitglieder umfassenden Klangkörpers.
Spezialensemble, dessen Spezialität darin besteht, dass es kein Spezialensemble ist…
Die sorgfältig von den Orchestermitgliedern ausgewählten Musiker des COE verfolgen parallel erfolgreiche Karrieren als internationale Solisten, Stimmführer oder Leiter nationaler Orchester bzw. herausragender Kammerorchester sowie als Tutoren und Professoren. Der Reichtum unterschiedlicher kultureller Hintergründe und die gemeinsame Liebe zu Musik machen jedes ihrer grandiosen Konzerte zu einem einmaligen Erlebnis.
Das COE tritt regelmäßig in allen wichtigen Musikzentren Europas auf, und in regelmäßigen Abständen in den USA und in Asien. Besondere Verbindungen bestehen zum Lucerne Festival, zur Philharmonie de Paris, zum Concertgebouw Amsterdam, zur Kölner Philharmonie, zur Philharmonie Luxembourg, zum Festspielhaus Baden-Baden sowie zur Alten Oper Frankfurt.
Seit seiner Gründung hat das COE mit einer Reihe weltberühmter Solisten und Dirigenten gearbeitet. Besonders eng verbunden war es Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt. Heute haben sich enge und inspirierte Beziehungen zu Bernard Haitink, Yannick Nézet-Séguin und Sir András Schiff entwickelt – alle drei Musiker zählen zu den Ehrenmitgliedern des Orchesters. Wichtige künstlerische Partnerschaften verbinden das Orchester zudem mit Pierre-Laurent Aimard, Lisa Batiashvili, Janine Jansen, Vladimir Jurowski, Leonidas Kavakos, Sir Antonio Pappano und Robin Ticciati.
Well, the Chamber Orchestra of Europe is a very unique orchestra you know? They decited 30 years ago to found an orchestra and the best possible musicians joined this project, working on great pieces with great conductors and soloists. They are people from a very fine culture and an incredibly refined orchestra musically. In the history of the orchestra, I arrived in the latter part (performing Beethoven concertos under Harnoncourt and directing Mozart from the keyboard). The COE was already established and incredibly unified. Don’t forget that this is an orchestra that was not founded by an outsider – I mean a conductor – but by musicians themselves, who wanted to share in music-making, and it is easy to understand that, even after all these years, there is a strong common wish to go on with the project. It’s a pleasure to share music with them – an indestructible joy.
In den vergangenen 35 Jahren hat das Chamber Orchestra of Europe mehr als 250 Werke bei allen renommierten internationalen Major Labels eingespielt. Viele der Aufnahmen wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem zählen dazu drei vom englischen Musikmagazin Gramophone vergebene „Record of the Year awards“ sowie zwei Grammys. In Kooperation mit Sanctuary Records (Universal Music) hat das COE als erstes Orchester mit „COE Records“ sein eigenes Label gegründet.
Das COE ist ein frei finanziertes Orchester. Wertvolle Unterstützung leisten eine Reihe privater Spender sowie die Gatsby Charitable Foundation.
„Das Programm des Münchner räsonanz-Stifterkonzertes gehört zu den exponierten Projekten des COE in den letzten Jahren. Den Rahmen bilden zwei Werke von Elliott Carter, die gleichsam seine letzte Stilepoche einfassen. Das Zusammenfinden unabhängiger Prozesse thematisiert die Penthode für fünf Instrumentalquartette, und die Erkenntnis von inneren Verbindungen zwischen kurzen, selbstständigen Episoden die Instances, eines der letzten Werke des großen amerikanischen Komponisten. Dazwischen stehen Enno Poppes Bratschenkonzert Filz und George Benjamins Inventionen. Für alle diese Werke sind die Urtugenden der COE-Künstler gefordert: Solisten mit anregendem Teamgeist und energischer Fähigkeit zur Selbstbehauptung in einem zu sein, und mit der Unabhängigkeitserklärung zugleich eine Liebeserklärung an ihre Mitwelt abgeben zu können. Der Anspruch, den ein Programm stellt, ist das beste Kompliment an die Musiker, die es verwirklichen.“
Habakuk Traber, 2018