räsonanz – Luzern 2026

Duncan Ward

Der britische Dirigent Duncan Ward hat sich als einer der spannendsten und vielseitigsten Dirigenten seiner Generation etabliert. Seit 2021 ist er Chefdirigent der Philzuid (Südniederländische Philharmonie); sein Vertrag mit dem Orchester wurde kürzlich bis 2028 verlängert.

In der Saison 2025/26 kehrt Duncan Ward zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, zum Luzerner Sinfonieorchester, zum Musikkollegium Winterthur und zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zurück. Zudem gibt er Debüts mit dem WDR Sinfonieorchester, dem Osaka Philharmonic Orchestra, dem Hallé Orchestra, der NDR Radiophilharmonie, dem Kioi Hall Chamber Orchestra Tokyo, der Slowenischen Philharmonie und an der Oper Frankfurt.

Zu den sinfonischen Höhepunkten der vergangenen beiden Spielzeiten zählen sein Debüt mit dem Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester sowie erneute Auftritte mit dem London Symphony Orchestra, dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem Gürzenich-Orchester Köln, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg und seine mittlerweile zehnte Zusammenarbeit mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Die Saison 2024/25 eröffnete er mit einem von der Kritik gefeierten Debüt an der English National Opera London mit einer Neuproduktion von The Turn of the Screw. Weitere Operndebüts führten ihn an die Opéra National de Lyon (Così fan tutte), an die Staatsoper Stuttgart (Tod in Venedig) sowie zu Blaubarts Burg mit Oper Zuid & Philzuid.

Sein Nordamerikadebüt an der Metropolitan Opera gab Duncan 2022 mit Die Zauberflöte. Zudem dirigierte er die Eröffnungsfeier der Salzburger Festspiele mit dem Mozarteum Orchester, die live im Fernsehen übertragen wurde, sowie denkwürdige Konzerte mit dem Radio-Sinfonieorchester Frankfurt, Les Siècles, dem Radio-Sinfonieorchester Wien, der NDR Elbphilharmonie, der Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de Paris, dem Barcelona Symphony Orchestra, dem Zürcher Kammerorchester, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem Orchestre Symphonique du Québec, der Royal Northern Sinfonia, dem Sinfonieorchester Basel, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, der NFM Wrocław Philharmonic, der Britten Sinfonia und dem Aurora Orchestra.

Zu den jüngsten Opernproduktionen zählen Ein Sommernachtstraum an der Oper Zürich, Peter Grimes an der Oper Köln, Così fan tutte an der Opera du Rhin in Straßburg, Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in Luxemburg und die deutsche Erstaufführung von Brett Deans Hamlet sowie Die Zauberflöte an der Oper Köln. Zu den bisherigen Opernhighlights zählen die chinesische Erstaufführung von Peter Grimes, eine Neuproduktion von La Passion de Simone (Saariaho) an der Deutschen Oper Berlin, eine Kammerversion von Manon Lescaut mit den Berliner Philharmonikern bei den Osterfestspielen Baden-Baden, Tod in Venedig mit Mark Padmore beim St. Endellion Festival sowie eine Doppelaufführung von Bernsteins Trouble in Tahiti und Macmillans Clemency mit der Dutch National Opera und Don Pasquale, Cendrillon und Hamlet für Glyndebourne-on-Tour.

Duncan Ward hat eine Leidenschaft für ein sehr breit gefächertes Repertoire und arbeitet sowohl mit Ensembles für historische Aufführungspraxis wie Les Siècles oder Balthasar Neumann als auch mit Spezialisten für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble Modern oder dem Ensemble Intercontemporain zusammen. Neben seinen konventionelleren Konzerten leitete er gefeierte Produktionen mit den obdachlosen Darstellern von Streetwise Opera, u. a. bei den Olympischen Spielen 2012 in London, dirigierte 500 Laienmusiker in einem überdimensionalen Riley „In C“ in der Elbphilharmonie und arbeitete mehrfach mit der mehrfach für einen Grammy nominierten Anoushka Shankar zusammen. Zu seinen weiteren abenteuerlichen Kooperationen zählen die Zusammenarbeit mit Abel Selaocoe beim London Jazz Festival sowie Aufführungen von Stockhausens Gruppen mit dem London Symphony Orchestra in der Tate Modern.

Duncan wuchs in einer nicht-musikalischen Familie auf und besuchte staatliche Schulen in Kent. Im Alter von zwölf Jahren dirigierte er erstmals bei einer Schulproduktion seines eigenen Musicals „Alice“. An der Junior Trinity studierte er Klavier, Horn, Komposition, Dirigieren und Jazz. Von 2012 bis 2014 war Duncan der erste Conducting Scholar der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, eine Position, die Sir Simon Rattle für ihn geschaffen hat. Zuvor war er stellvertretender Dirigent des National Youth Orchestra of Great Britain und Chefdirigent von Sinfonia Viva. Anschließend war er Musikdirektor des Mediterranean Youth Orchestra, einer neuen Position, die vom Festival d’Aix-en-Provence geschaffen wurde.

Duncan Ward ist außerdem ein erfolgreicher Komponist, u. a. Gewinner des BBC Young Composer of the Year 2005, und wird von der Edition Peters veröffentlicht. Seine Werke wurden vom Swedish Radio Symphony, Magdalena Kožená, London Symphony Orchestra, BBC National Orchestra of Wales, Endymion Ensemble, The Sixteen, dem Navarra Quartet, den BBC Singers und Streetwise Opera aufgeführt und aufgenommen.

Durch die Gründung der WAM Foundation in seinen Teenagerjahren hatte Duncan Ward das Privileg, bei dem verstorbenen großen Sitaristen Ravi Shankar klassische indische Musik zu studieren. Die WAM Foundation ermöglicht jungen britischen Musikern, an Schulen in ganz Indien zu unterrichten. Er hat auch regelmäßig mit der südafrikanischen Non-Profit-Organisation MIAGI zusammengearbeitet und 2018 eine große Tournee anlässlich des 100. Geburtstags von Nelson Mandela geleitet. Duncan ist außerdem Patron von Young Sounds und unterstützt talentierte junge Musiker aus einkommensschwachen Familien in ganz Großbritannien. In seiner Jugend war er britischer Juniorenmeister und Europamedaillengewinner im Rollkunstlauf.

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