Kompositionsaufträge an inti figgis-vizueta, Michelle Magalhães & Naomi Pinnock

Kulturlabor, Sulz am Neckar (DE)

Reflection ist ein interdisziplinäres Konzert, das elf neue Kompositionen für Solo-Cello zu einer dynamischen Performance verbindet. Die Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht Kompositionsaufträge an inti figgis-vizueta, Michelle Magalhães und Naomi Pinnock. Das Konzert wird an verschiedenen Positionen innerhalb des Konzertraums aufgeführt. Durch die szenische Inszenierung von Miriam Götz wird ein immersives audio-visuelles Erlebnis erschaffen, die Musik, Licht, Video und Installation miteinander verbindet.

Die Sacher Variationen von 1976 und der Mäzen Paul Sacher, wem sie gewidmet sind, bilden den Anhaltspunkt für Reflection. Sacher gab über 250 Werke an weltbekannte Komponisten in Auftrag und hatte die Macht, ihre Karrieren voranzutreiben. Er beauftragte während seiner Tätigkeit nur eine einzige Komponistin – eine erstaunliche und beschämende Ausgrenzung. Wegen ihm und anderer ähnlicher Akteure bekamen wenige Komponistinnen Anerkennung im 20. Jahrhundert.

Reflection ist ein feministisches Statement gegen dieses patriarchalische Erbe. Aufträge für die Kompositionen für das Konzert werden exklusiv an FLINTA* Komponistinnen, vergeben, unter anderem an inti figgis-vizueta, Michelle Magalhães und Naomi Pinnock. Die Werke werden in Zusammenarbeit mit Cellist Benjamin Coyte entwickelt. Reflection bildet einen neuen Zyklus von Cellowerken für ein neues Jahrhundert, der die Veränderungen in der Gesellschaft, der Kultur und der zeitgenössischen Musik fünfzig Jahre nach den Sacher Variationen beleuchtet. Durch die Beauftragung von Werken weiblicher und transgender Komponistinnen ist das Projekt ein kuratorisches Statement, das das Publikum dazu anregt, über die Herausforderungen bei der Überwindung sexistischer Praktiken in der heutigen Neuen Musik nachzudenken.

Weitere Informationen:
kulturlabor-stiftung.de

Termine

17. Oktober 2026
Halle 16, Sulz am Neckar

14. November 2026
TONALi Saal, Hamburg