Astrid Ackermann

Kompositionsaufträge an Vykintas Baltakas & Yiran Zhao

der/gelbe/klang, Gröbenzell (DE)

Innerhalb kurzer Zeit ist das 2020 gegründete Ensemble der/gelbe/klang aus München zu einem vielbeachteten Akteur der Neuen Musik in Deutschland geworden. Mit der regelmäßigen Vergabe von Kompositionsaufträgen will das der/gelbe/klang in den kommenden Jahren sein Repertoire erweitern und mit Komponist*innen, gerade auch der jüngeren Generation, eine kontinuierliche Zusammenarbeit aufbauen. 2025 entstehen Kompositionsaufträge an Vykintas Baltakas und Yiran Zhao, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Vykintas Baltakas schreibt seit 2020 an einem Zyklus mit dem Titel Cladi. Cladi (deutsch: Kladen) sind „geschlossene Abstammungsgemeinschaften“: eine „systematische Einheit, die den letzten gemeinsamen Vorfahren und alle seine Nachfahren enthält“ (Quelle: Wikipedia). Eine solche Art Stammbaum ist Vorbild für die formale Entwicklung in Baltakas’ Cladi-Zyklus: Aus einem Motiv entsteht das nächste, alle Werke des Zyklus sind untereinander verwandt. Cladi II entstand 2021 im Auftrag des Ensembles der/gelbe/klang, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung. Das abschließende Cladi V will Baltakas nun wieder für der/gelbe/klang schreiben; es werden dabei alle Instrumente eingesetzt, die in den Sätzen I-IV vorkommen. der/gelbe/klang spielt den vollständigen Zyklus als Weltpremiere (und Uraufführung Cladi V).

Seit 2018 befassen der Dramaturg Julian Kämper, der Multimedia-Künstler Felix Kruis und der Toningenieur Dominik Breinlinger sich mit 3D-Audiotechniken und deren künstlerischen Potenzialen. Dies führte zu einem Projekt in Kooperation mit dem Ensemble der/gelbe/klang: 3D-Kopfhörerkonzert. Hier für komponiert Yiran Zhao ihr neues Werk: Ein rot gekleideter „Avatar“, der stellvertretend für das kopfhörende Publikum auf der Bühne steht, trägt in seinen Ohren ein binaurales Mikrofon, womit sich dreidimensionales Hören aufzeichnen lässt. Die Audiosignale werden in Echtzeit auf die (Funk-)Kopfhörer der Besucher*innen übertragen. Das heißt: Sie hören durch die Ohren des Avatars, die Musiker*innen spielen für nur eine hörende Person. Jede Kopfbewegung, jedes Rückenzuwenden des Avatars oder der Musiker*innen, jede Annäherung oder physische Barriere kann gezielt arrangiert werden, um Einzelklänge zu einer genussvollen 3D-Klanglandschaft am Ohr zu verbinden.

Weitere Informationen:
dergelbeklang.de

Termine

Cladi-Zyklus:
Herbst 2026
Festival Muzikos Ruduo, Vilnius

3D-Kopfhörerkonzert
November 2026
schwere reiter, München