Ricordi / Harald Hoffmann

Kompositionsauftrag an Georg Friedrich Haas

Ensemble Proton Bern (CH)

Mit Ausschweifen geht für das Ensemble Proton ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Georg Friedrich Haas schreibt dem Ensemble ein abendfüllendes Werk auf den Leib, das seinem Titel in jeder Hinsicht gerecht wird. Er verfolgt darin eine musikalische Vision, die Jahrhunderte überbrückt und dem Publikum eine existenzielle sinnliche Erfahrung eröffnet.

Die Komposition für die Proton-Stammbesetzung von Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott/Kontraforte, Violine, Violoncello, Tasten und Harfe wird im Wesentlichen aus drei Materialien bestehen: aus spektralen Obertonharmonien, mikrotonalen Clustern und tonaler, spätromantischer Vierteltonmusik. Diese Elemente eröffnen gleichnishaft ein Spannungsfeld zwischen drei Polen der Menschheit: Während die mikrotonalen Cluster archaisch treibend und körperlich ekstatisch wirken, mag man in den spektralen Obertonharmonien ein Aufblitzen von Transzendenz, von Vollkommenheit im Imperfekten hören. Dazwischen steht eine wundersame, scheinbar aus der Geschichte gefallene, tonale Musik. Georg Friedrich Haas greift hierfür auf ein vierteltöniges Klavierstück von Richard Heinrich Stein (1882-1942) aus dem Jahr 1918 zurück. Dieses wird zum Ausgangspunkt für eine Erforschung von Intervallverwandtschaften, freien Leittonverhältnissen und das Spiel mit Klangfarben und Oktavlagen.

Der Kompositionsauftrag an Georg Friedrich Haas für das Ensemble Proton Bern wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung unterstützt.

Weitere Informationen:
ensembleproton.ch

Termine

12. September 2026
Haus der Musik, Innsbruck

10. Dezember 2026
Muziekgebouw, Amsterdam

15. Dezember 2026
Dampfzentrale Bern

16. Dezember 2026
Gare du Nord, Basel