Kompositionsauftrag an Malika Kishino

zamus, Köln (DE)

Was sind noch lebbare Welten in Zeiten von Territorialismus, Segregation und Naturzerstörung? Wir haben uns von paradiesischen Zuständen entfernt, die einst Vielstimmigkeit und Chancengleichheit versprachen. Wer wird die Zukunft bewohnen dürfen?

Für das choreografische Konzert Cobalt Garden beim zamus early music festival 2026 komponiert Malika Kishino ein Werk, das die von den Barockgärten der Rennaissance ausgehende Sehnsucht nach dem irdischen Paradies (durch Ordnung, Ästhetik, Macht, Reichtum) in den Fokus nimmt. Ihr Versprechen aber auch die ungleiche Verteilung von Ressourcen lässt an die heutige Aufteilung der Welt denken, die die Menschen immer mehr in bewohnbar und unbewohnbar zerteilen, mit sichtbaren und unsichtbaren Mauern. Cobalt Garden ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der international gefeierten Kölner Choreografin Stephanie Thiersch, ihrem Tanzensemble Mouvoir, den Kölner Vokalsolisten und begleitender Theorbe. Zwischen Barockkompositionen, zeitgenössischem Tanz und neuer Musik begegnet das interdisziplinäre Ensemble der Frage nach zukünftigen Lebensräumen.

Zentrales musikalisches Thema in Malika Kishinos Komposition ist die Verräumlichung und Beweglichkeit von Klang: durch Stimmen, kleine japanische Tempelglocken und Theorbe, dazu der Klang von Ein- und Ausatmung, das Spiel von Spannung und Entlastung, von Pressung und Befreiung, von Einziehen und Loslassen – um darin die „Gnade“ und die Freude des Lebens hörbar zu machen. Die Grundlage der Komposition, die von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht wird, bildet das Iroha-Lied, ein klassisches japanisches Gedicht vermutlich aus dem 9. Jahrhundert.

Weitere Informationen:
zamus.de

Termin

30. Mai 2026
Kirche St. Michael, Köln