Grégoire Gitton - Francesco Vezzoli
Kompositionsauftrag an Martin Matalon
Centre Henri Pousseur, Lüttich (BE)
Mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung komponiert Martin Matalon Monsieur Vénus, ein neues Monodrama für Sopran, Akkordeon und Elektronik.
Das Werk basiert auf dem Roman Monsieur Vénus von Rachilde (Pseudonym von Marguerite Eymery) aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Roman erzählt die Geschichte von Raoule de Vénérande, einer Aristokratin und Femme fatale, und Jacques Silvert, einem Floristen. Sie gehen eine ungleiche Beziehung ein, in der Raoule schließlich ihre jeweiligen Geschlechter- und Sexualrollen umkehrt. Angetrieben von ihrem Streben nach ästhetischer Erfahrung verliert Raoule ihre gesellschaftliche Position und zerstört das androgyne, monströse Wesen, das sie gemeinsam mit Jacques geschaffen hat. Nach seiner Zerstörung wird Jacques in eine anatomisch perfekte Wachsfigur verwandelt und zu einem Objekt von Raoules Besitz.
Der Roman konfrontiert verbotene Formen der Sexualität und destabilisiert gesellschaftlich auferlegte Geschlechterkonstruktionen durch Rollentausch und Ambiguität. Matalons Monsieur Vénus ist als gesungenes Monodrama konzipiert, das Raoules Wunsch freilegt, sowohl ihre eigene Identität als auch die ihres Subjekts, ihrer Beute und ihres Opfers zu transformieren. Das Projekt untersucht die innere Logik von Rachildes Text und konzentriert sich auf die Dekonstruktion fester Identitäten durch Geschlechtsumkehr und Instabilität.
Weitere Informationen:
centrehenripousseur.be
Termine
30. April, 2. Mai & 3. Mai 2026
Griechische Nationaloper, Athen