Kompositionsauftrag an Sara Glojnarić: Station Paradiso
Staatstheater Stuttgart (DE)
„Ich möchte dort ansetzen, wo die Geschichtsbücher aufhören – um die Geschichte in all ihrer Pracht, ihrem Humor und ihrer Realness aus dem Blickwinkel einer Insiderin mitzuerzählen, die dieses ganz besondere Gefühl eines emotionalen Spagats zwischen dem, was wir Heimat nennen, und dem, wo wir uns jetzt befinden, versteht.“ (Sara Glojnarić)
Für die Staatsoper Stuttgart schafft die kroatische Komponistin Sara Glojnarić die Oper Station Paradiso, die im Mai 2026 uraufgeführt wird. Das Libretto schreibt Tanja Šljivar. Die Oper beschäftigt sich mit der Geschichte der Migration von Südosteuropa nach Deutschland (spezifisch im Stuttgarter Raum) und setzt Musik als kraftvolles Werkzeug ein, um Erfahrungen von Heimat, Erinnerung und Zugehörigkeit auszudrücken. Sara Glojnarić, Preisträgerin des Förderpreises Komposition 2023 der Ernst von Siemens Musikstiftung, bringt ihre eigene Migrationsgeschichte in das Werk ein und schafft zugleich eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der emotionalen und kulturellen Bedeutung von Musik.
Die Komponistin führt seit mehr als einem Jahr persönliche Interviews mit Menschen, die aus Südosteuropa nach Deutschland migrierten oder deren Nachkommen hier leben. Sie sammelt die Geschichten und vertraute Musik der Gesprächspartner*innen, um der Frage nachzuspüren, inwieweit durch Musik eine Vorstellung von Heimat(en) konstruiert/definiert werden kann. Dieses Material wird als Basis für die Komposition dienen und ein Archiv der Musik und Erinnerungen aufbauen, das vielfältige Migrationsgeschichten dokumentiert und – jenseits von Geschichtsbüchern – für die Zukunft bewahrt.
Der Kompositionsauftrag an Sara Glojnarić für die Oper Station Paradiso wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht.
Weitere Informationen:
staatsoper-stuttgart.de
Termine
10., 14., 17. & 24. Mai 2026
1., 6., 11. & 21. Juni 2026
Staatsoper Stuttgart