QuerKlang TXL – Klangräume des Ankommens

QuerKlang, Berlin (DE)

Mit dem Projekt QuerKlang TXL – Klangräume des Ankommens entsteht von April bis Juni 2026 ein künstlerisches Bildungsprojekt im sozialen und urbanen Kontext der neuen Geflüchteten-Unterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel (TXL). Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche, die dort leben, sowie an Lehrer*innen und Erzieher*innen der angrenzenden Schulbereiche. Ziel ist es, über das Medium Klang neue Zugänge zu ästhetischer Bildung, Selbstwirksamkeit und sozialer Teilhabe zu schaffen – unabhängig von Sprache, Herkunft oder musikalischer Vorbildung.

QuerKlang TXL baut auf den langjährigen Erfahrungen des Programms QuerKlangExperimentelles Komponieren in der Schule auf und überträgt dessen methodischen Ansatz auf einen neuen, sozial geprägten Ort im Entstehen. Das Projekt versteht sich als musikalisch-pädagogisches Experimentierfeld, in dem Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Künstler*innen und Pädagog*innen die Klangwelt ihrer unmittelbaren Umgebung erforschen, aufzeichnen, verfremden und zu eigenen Kompositionen verdichten. Dabei steht das Zuhören als soziale und künstlerische Kompetenz im Mittelpunkt. Klang wird zur gemeinsamen Sprache, über die Kommunikation und Begegnung möglich werden.

Das Projekt gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen:
In der ersten Workshopwoche (April 2026) arbeiten Künstler*innen des QuerKlang-Teams mit Kindern und Jugendlichen aus der Unterkunft. Mit Aufnahmegeräten, Stimme, Instrumenten und Alltagsgegenständen erkunden die Teilnehmenden das Gelände TXL, sammeln Klänge und entwickeln erste Improvisationen und Klangskizzen. Diese Arbeit legt das künstlerische Fundament und stärkt Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit und Gruppendynamik.

Die zweite Phase (Mai 2026) widmet sich dem Erfahrungstransfer an Pädagog*innen und Erzieher*innen der angrenzenden Schulbereiche. In praxisorientierten Workshops und begleitenden Reflexionstreffen werden die Methoden der Klangforschung vorgestellt, erprobt und gemeinsam reflektiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich experimentelles und forschendes Arbeiten mit Klang in schulische und außerschulische Bildungskontexte integrieren lässt.

In der dritten Phase (Juni 2026) kehren die Künstler*innen in die Unterkunft zurück, um gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und ausgewählten Pädagog*innen einen aufbauenden Workshop durchzuführen. Aus den gesammelten Klangmaterialien entsteht eine kollektive Komposition, die die Erfahrungen und Perspektiven aller Beteiligten hörbar macht. Diese Arbeit mündet in eine öffentliche Aufführung auf der Modellfläche TXL, die als offenes, inklusives Klangereignis gestaltet ist. Dazu werden Bewohner*innen der Unterkunft, Nachbarschaftsinitiativen, Anrainer*innen und Interessierte aus dem Umfeld eingeladen. Die Aufführung wird dokumentiert und kann anschließend als Audioarbeit oder Klanginstallation weiter genutzt werden.

Künstlerisch-pädagogisch zielt QuerKlang TXL darauf, ästhetische Erfahrungen als Form sozialer Teilhabe zu ermöglichen. Kinder und Jugendliche lernen, ihre Umgebung aktiv wahrzunehmen und kreativ zu gestalten. Pädagog*innen werden in die Lage versetzt, experimentelle Arbeitsformen in ihren Unterricht zu integrieren. Zugleich trägt das Projekt zur Vernetzung zwischen Unterkunft, Schulen, Künstler*innen und lokalen Initiativen bei und leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer offenen, kulturell vielfältigen Stadtkultur in TXL.

Das Projekt QuerKlang TXL – Klangräume des Ankommens wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht.

Weitere Informationen:
querklang.eu

Termin

27. Juni 2026
Modellfläche TXL 2025, Berlin