Wir gratulieren den diesjährigen Preisträger*innen
23.5.2026
Gestern wurden die diesjährigen Musikpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung in München verliehen. Das Kuratorium ehrte Jordi Savall für sein Lebenswerk. In der Begründung hieß es, dass sein Schaffen Alte Musik als lebendige, sprechende Kraft erfahrbar werden lässt und zeigt, dass historische Klänge keine Relikte sind, sondern Brücken zwischen Menschen und Zeiten. Die Laudatio auf den Musikpreisträger hielt der Violinist Edouard Mätzener aus der Schweiz. Die Komponist*innen Bethan Morgan-Williams, Hovik Sardaryan und Kitty Xiao sowie die beiden Ensembles NO HAY BANDA aus Kanada und das Ensemble for New Music Tallinn wurden mit Förderpreisen ausgezeichnet
Im Rahmen eines feierlichen Festaktes verlieh Tabea Zimmermann als Stiftungsratsvorsitzende der Ernst von Siemens Musikstiftung den Ernst von Siemens Musikpreis an Jordi Savall. In der Urkunde heißt es: „Mit unerschöpflicher Neugier, künstlerischer Tiefe und historischer Genauigkeit hat Jordi Savall Maßstäbe im Umgang mit frühmusikalischen Quellen gesetzt und Generationen von Musikerinnen und Musikern inspiriert.“ Edouard Mätzener würdigte den Preisträger des Ernst von Siemens Musikpreises in seiner Laudatio mit folgenden Worten: „Er ist jemand, der die Musik tief versteht und lebt, und der mit Leidenschaft, Disziplin und Ausdauer ein Universum der Schönheit und des solidarischen Dialogs geschaffen hat. Er weiß, was es heißt zu lieben, er weiß, was es heißt zu vertrauen, und er weiß, was es bedeutet, Europäer zu sein. Vertrauen, intelligente Weitergabe, Rückbesinnung auf gemeinsame Werte: Das sind die Prinzipien, die Jordi verkörpert.“ Jordi Savall bedankte sich mit den Worten: „Wie Sie sich vorstellen können, bin ich sehr bewegt und ich fühle mich sehr geehrt, heute diesen Preis zu erhalten. Dass ich im Laufe meines Lebens das Glück hatte, meine kühnsten Träume zu verwirklichen, verpflichtet mich auch zu Demut, und dazu anzuerkennen, dass dies ohne die Unterstützung, den Rat und die Freundschaft vieler Meschen, die mich begleitet haben, nicht möglich gewesen wäre.“
Zum Abschluss des Abends musizierte der Preisträger mit seinen Ensembles Hespèrion XXI und La Capella Reial de Catalunya. Das Programm mit dem Titel Pro Pacem enthielt Werke aus unterschiedlichen Jahrhunderten.
Zuvor überreichte Ilona Schmiel, Kuratoriumsvorsitzende der Ernst von Siemens Musikstiftung, die Förderpreise Komposition an die walisische Komponistin Bethan Morgan-Williams, Hovik Sardaryan aus Armenien und Kitty Xiao aus Australien sowie die Förderpreise Ensemble an das kanadische Ensemble NO HAY BANDA und das Ensemble New Music Tallinn. Außerdem berichtete Ilona Schmiel von der breit gefächerten, weltweiten Projektarbeit, die die Musikstiftung 2026 mit 4,6 Mio. Euro unterstützt. Sie ging vor allem auf die Nachwuchsförderung ein, die ein Fördervolumen von EUR 500.000 umfasst. Tabea Zimmermann wies im Gespräch mit Annekatrin Hentschel zu Beginn der Preisverleihung auf die positive Entwicklung der Musikstiftung hin. 2026 werden Projekte in 36 Ländern gefördert. Dies sei gerade in herausfordernden Zeiten ein wichtiger Beitrag für die zeitgenössische Musik. Mit fast 1.000 Besuchern war der Saal des Prinzregententheaters voll besetzt.
Die Preisverleihung ist vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet worden und wird am 2. Juni 2026 um 20:03 Uhr in der Reihe „Horizonte“ auf BR Klassik gesendet. Die Veranstaltung ist zudem zeitnah als Audiostream abrufbar auf www.br-klassik.de sowie www.evs-musikstiftung.ch